Polierte Platte

Für die Bewertung von Goldmünzen und anderen Münzen sind nicht nur das Gewicht, der Feingehalt und bei Sammlermünzen auch der Sammlerwert entscheidend, sondern es kommt durchaus auch auf den Zustand der Münze bzw. die Prägungsqualität an. In diesem Zusammenhang wird häufiger die Bezeichnung polierte Platte bei Münzen verwendet. Fachlich korrekt wird mit der Bezeichnung polierte Platte der so genannte Erhaltungsgrad von Münzen bezeichnet. An dem Erhaltungsgrad kann der Anleger und jeder sonstige Verbraucher erkennen, inwieweit die Goldmünzen durch den Umlauf oder sonstige Tatbestände „beschädigt“ bzw. abgenutzt sind. Besonders bei den Sammlermünzen hat der Erhaltungsgrad eine sehr starken Einfluss auf den jeweiligen Sammlerwert der Münzen, während der Erhaltungsgrad bei den Anlagemünzen eine deutlich geringere Bedeutung hat.

Die offiziellen Erhaltungsgrade von Münzen

Die Erhaltungsgrade von Goldmünzen werden nach verschiedenen Kriterien abgestuft und es gibt eine offizielle Skala, in der die verschiedenen Erhaltungsgrade definiert sind. Insgesamt sind in dieser Skala 15 verschiedene Erhaltungsgrade enthalten. Der schlechteste Erhaltungsgrad einer Münze wird dabei als „gering erhalten“ bezeichnet. Dieser Erhaltungsgrad beinhaltet, dass die so eingestufte Münze faktisch ihr gesamtes Münzbild verloren hat und kaum noch zu identifizieren ist. Nach der nächsten Stufe mit der Bezeichnung „mäßig erhalten“ lautet der nächste Erhaltungsgrad bereits „gut erhalten“. Als Anleger, besonders als Münzsammler, sollte man die Erhaltungsgrade also kennen, denn wenn eine Münze zum Beispiel eben als „gut erhalten“ bezeichnet wird, könnte man natürlich zunächst meinen, es handelt sich optisch wirklich um eine fast einwandfrei erhaltene Münze. Tatsächlich ist „gut erhalten“ aber der drittschlechteste Erhaltungsgrad.

Goldmünze mit polierte Platte

Die polierte Platte als höchster Erhaltungsgrad

Sehr viele Münzen werden heute zumindest mit dem höchsten Erhaltungsgrad geprägt und sind auch viele Jahre nach der Prägung oftmals noch im gleichen Zustand erhalten. Der dritthöchste Erhaltungsgrad wird als „Handgehoben“, der zweithöchste als „Spiegelglanz“ und der höchste Erhaltungsgrad schließlich als „polierte Platte“ bezeichnet. Anlagemünzen, wie zum Beispiel der Krügerrand, sind als polierte Platte noch sehr häufig zu finden, so wie es generell Münzen mit polierter Platte als Erhaltungsgrad heute aufgrund der geschützten Aufbewahrung verhältnismäßig häufig gibt. Der Erhaltungsrad polierte Platte ist so definiert, dass es sich dabei im Prinzip um gar kein Merkmal für die Erhaltung der Münze, sondern vielmehr um ein Herstellungsverfahren handelt. Derartige Münzen werden aus speziellen Rohlingen gefertigt und mit bestimmten Stempeln, die auf spezielle Weise poliert worden sind, gleich mehrfach geprägt. Typisch für die Goldmünzen polierte Platte ist, dass die Fläche reflektierend ist, wohingegen das Münzmotiv, also die Erhebungen der Münzen, matt erscheinen.

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